Der am Standort Borsigstraße angelieferte Restmüll besteht zu einem großen Teil aus brennbarem Material und hat einen mit Braunkohle vergleichbaren Heizwert (Energiegehalt). Die Dampferzeuger der Linien 1 und 2 sind für Abfall mit Heizwerten in einer Bandbreite von 6,5 bis 12 MJ/kg ausgelegt. Zum Vergleich: Braunkohle hat einen Heizwert von ca. 10 MJ/kg.
Die bei der Verbrennung entstehende Wärme wird zur Erzeugung von Dampf aus voll entsalztem Wasser genutzt. Für Linie 1 und 2 beträgt die Bruttoenergieeffizienz (gemäß BVT*-Merkblatt 2) 103,6 %. Ein geringer Teil des Dampfes wird zur Erzeugung von Elektrizität für den Eigenbedarf genutzt. Die restliche Dampfmenge wird in Form von Heizdampf über das Kraftwerk Tiefstack oder direkt über die in der Rauchgaskondensationsanlage installierten Wärmeüberträger in das örtliche Fernwärmenetz eingespeist. Die technische Nutzung des Abgaswärmepotentials der Rauchgaskondensation der beiden Hausmüllverbrennungslinien ermöglicht eine Steigerung der Wärmemengenlieferung an das Fernwärmenetz.
Biomasseverwertung: Im Biomasseheizkraftwerk werden Altholzhackschnitzel thermisch verwertet. Der Heizwert ist abhängig von der Qualität des Brennstoffes. Er beträgt im Durchschnitt etwa 13 MJ/kg. Der im Wirbelschichtkessel der Linie 3 erzeugte überhitzte Dampf wird mittels einer Kondensationsturbine zur Produktion von 20 MW elektrischer Leistung genutzt.
Für Linie 3 beträgt die Bruttoenergieeffizienz (gemäß BVT*-Merkblatt 2) 80,0 %.
Die technische Nutzung des Wärmepotentials des Reingases der Linie 3 wurde durch die Inbetriebnahme der Rauchgaskondensation realisiert und ermöglicht eine Steigerung der Wärmemengenlieferung an das Fernwärmenetz.
Die erweiterte Wärmenutzung mittels Rauchgaskondensation funktioniert so:
Der Standort Borsigstraße ist somit in der Lage das Fernwärmenetz Hamburg mit zusätzlichen 60 MW zu versorgen.
Die zusätzlichen Wärmemengen können ohne Einsatz von weiterem Brennstoff, ohne eine Veränderung der Emissionsfrachten, ohne zusätzlichen Anlieferverkehr, ohne zusätzliche Lärmbelastung und ohne erhöhten CO2-Austoß dem Fernwärmenetz bereitgestellt werden.
Das Projekt verdrängt Wärmemengen aus fossilen Energieträgern, wie Gas und Kohle.
Eine Reduzierung von rd. 100.000 Mg CO2 jährlich wird somit erzielt.
* Beste verfügbare Techniken