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Müllverbrennung in Hamburg – ein traditionsreiches Erfolgskonzept

Abfälle waren bis ins späte 20. Jahrhundert ein Riesenproblem für die Großstadt Hamburg. Heute arbeiten in Hamburg zwei Müllverbrennungs-anlagen (MVA) – durch die Verbrennung des Mülls konnten die Entsorgungsprobleme in Hamburg gelöst werden.

Die Verbrennung von Müll ist eine sich ständig weiter entwickelnde Entsorgungsmethode. Insbesondere Maßnahmen zur Emissionsminderung und Abgasreinigung durch moderne Technik wurden fortlaufend verbessert. Und noch mehr: Aus Müll werden in modernen Verbrennungsanlagen heute auch Energie und Stoffe für die industrielle Wiederverwendung gewonnen.

Bis 1890 verwendete man Kehricht, wie Abfall damals genannt wurde, wegen seines zunächst noch hohen organischen Anteils als Dünger auf Hamburgs umliegenden Feldern oder deponierte ihn aus Transportgründen in der Nähe von Wohngebieten. Weil es bereits damals außerhalb der Stadtgrenzen Hamburgs Widerstand der Gemeinden gegen die Deponierung des städtischen Mülls im Umland sowie Einfuhrverbote gab, wurde der Ruf nach einem anderen Entsorgungsweg lauter.

Nachdem 1892 mehr als 8.000 Menschen an den Folgen einer Choleraepidemie gestorben waren, beschloss der Hamburger Senat den Bau einer ersten Abfallverbrennungsanstalt, die 1896 den Betrieb aufnahm. Ihren Energiebedarf konnte die Anlage durch selbst erzeugten Dampf abdecken, der Eisenschrott wurde mit Magneten aussortiert. Nach und nach kamen später neue Verbrennungsanlagen im Hamburger Stadtgebiet hinzu. Zahlreiche technische Neuerungen führten nicht nur zu einer Senkung der Verbrennungskosten, sondern auch zur Staub- und Rauchminimierung und damit zu einer Entlastung der Stadtbewohner.

Ständig steigende Müllmengen erforderten zusätzliche Verbrennungskapazitäten und Innovationen:

  • 1975 die Inbetriebnahme der Anlage Stellinger Moor (Schließung am 21.06.2015)
  • 1979 die Inbetriebnahme der gemeinschaftlichen Anlage Stapelfeld durch Schleswig-Holstein und Hamburg
  • 1994 der Ersatz der Anlage Borsigstraße durch den Neubau der Müllverwertungsanlage Borsigstraße. Verbrennungslinien 1 und 2 für Hausmüll.
  • 1999 die Inbetriebnahme der MVR Müllverwertungsanlage am Rugenberger Damm
  • 2005 die Inbetriebnahme des Biomasseheizkraftwerks
  • 2024 Inbetriebnahme der „Erweiterten Wärmenutzung“
  • 2025 Inbetriebnahme des Neubaus eines Müllheizkraftwerks und einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage der EEW Energy from Waste am Standort Stapelfeld
  • 2027 geplante Inbetriebnahme ZRE (Zentrum für Ressourcen und Energie) der SRH am Standort in Stellingen.

Der Abfallwirtschaftsplan Siedlungsabfälle der Freien und Hansestadt Hamburg regelt die Entsorgung der Abfälle aus Haushalten und der Industrie; darin werden die Art, die Menge und der Ursprung der zu verwertenden und beseitigenden Abfälle dargestellt. Die von den 1,7 Millionen Einwohnern Hamburgs in ca. 916.000 Haushalten, Industrie und Gewerbe anfallenden Abfallmengen werden stofflich oder thermisch verwertet.

Für die Entsorgung von Gewerbe- und gemischten Siedlungsabfällen aus privaten Hamburger Haushalten stehen folgende Müllverbrennungsanlagen im Hamburger Stadtgebiet derzeit zur Verfügung:

  • ZRE Standort Borsigstraße: Gesamtkapazität Hausmüll ca. 320.000 Mg/a, Altholz ca. 150.000 Mg/a.
  • MVR Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm: Gesamtkapazität ca. 320.000 Mg/a. Davon sind 120.000 Mg/a vertraglich an vier niedersächsische Landkreise weitergegeben.

Die Stadtreinigung Hamburg ist über die SRH Verwaltungsgesellschaft mbH alleiniger Eigentümer dieser Müllverwertungsanlagen.

Müllverbrennung Alter Teichweg

Versuchsofen: Alter Teichweg (1929)

Müllverbrennung am Bullerdeich

Müllverbrennung am Bullerdeich

Müllverbrennung an der Ruhrstraße

Müllverbrennung an der Ruhrstraße